Katholische Kirchengemeinde St.Martin - Leutkirch im Allgäu
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Wie viel Kirche - braucht die Stadt?

Wie viel Gottesdienste braucht die Stadt? Wie viel Kirche? Das war das Thema der ökumenischen KGR-Sitzung von evangelischer, evangelischmethodistischer und katholischer Kirchengemeinde. Provokant war der Titel, hochaktuell die Frage. Kirche verändert sich. Nicht nur woanders, auch hier in Leutkirch. Kirche befindet sich in einem „Übergang“ (Paul Zulehner).
Eine alte Kirchengestalt vergeht, eine neue kommt. Es ist ein Übergang, der sich einfach vollzieht, viele Faktoren beeinflussen ihn: geändertes Freizeitverhalten, veränderte Kirchenbindung, Vertrauensverlust und Bedeutungsverlust der Kirchen. Und Kirchen spüren die Folgen: Kirchenaustritte, weniger Gottesdienstbesucher – anderes gewinnt an Bedeutung: der Wunsch nach dem persönlichen Gespräch oder nach Ritualen an Lebenswenden.
Was du nicht verändern kannst, musst du mitgestalten. Das hat mir mein Pfarrer in der Ausbildung immer wieder eingeschärft. Der Prozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ greift das in unserer Diözese auf. Was es zu gestalten gibt, das beschäftigt Kirchengemeinderat und Prozessteam in dieser Wahlperiode.


Was es zu gestalten gibt, das zeigen viele Menschen seit Jahren in unserer Stadt, indem sie ganz ohne „Entwicklungsprozess“ Kirche an vielen Orten gestalten. „Kirche am Ort gestalten“ heißt deshalb jetzt auch nicht in Aktionismus auszubrechen, zu meinen, dass wir den Übergang und seine Begleiterscheinung abmindern sollten. Für mich heißt es zunächst mal aufmerksam hinzuschauen: Welche kirchlichen Orte sind für die Menschen in Leutkirch wichtig? Welche Rituale und Feiern, welche Begleitung? Wo wünschen sie sich etwas von Kirche? Aber auch: Wo können wir lassen und auch nicht so tun, als ob volkskirchliche Strukturen aufrechterhalten werden müssen?
Erwarten, wertschätzen, lassen und vertrauen. Das sind vier Haltungen, die jeder Gemeinde ins Stammbuch geschrieben sind. Sie begleiten uns in den kommenden Jahren. 500 Jahre St. Martin feiern wir 2019. Auch ein Grund auf das zu schauen, was sich verändert hat und wie wir es mitgestalten können. Mit dem, was uns wichtig ist und der nötigen Gelassenheit: Es kommt auf uns an, aber es hängt nicht alles von uns ab.
Benjamin Sigg, Pastoralreferent


 
 

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